Quelle Rheinische Post

 

 

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Monika Lehmhaus (FDP) geht in der Diskussion ums Allwetterbad in die Offensive. Sie schlägt vor, daß die Stadt rund um das Bad einen Sportpark entwickelt, an dem sich auch die Fortuna beteiligt.

Noch immer ist die Zukunft des Allwetterbads ungeklärt – die FDP-Sportexpertin und Vorsitzende des Sportausschusses, Monika Lehmhaus, geht hetzt mit einem eigenen Vosrschlag in die Offensive. Sie möchte, daß die Stadt in den kommenden Jahren rund um das Bad einen Sportpark entwickelt, in dem verschiedene Außensportarten betrieben werden können.

Neben den Vereinen sollen dort vermehrt nichtorgansierte Sportler, von denen es in Düsseldorf immer mehr gibt, trainieren können, zum Beispiel auf öffentlichen Fußballplätzen oder einer Jogging-Strecke. Nach und nach soll am Flinger Broich eine große Bezirkssportanlage für das Viertel entstehen, das wegen mehrerer Neubauprojekte in den kommenden Jahren wachsen wird. In der nächsten Sitzung des Sportausschusses wird Lehmhaus beantragen, daß das Sportamt die Umsetzbarkeit prüft.

Hintergrund der Idee ist, daß es seit Jahrzehnten am Flinger Broich eine einmalige Kombination von Sportanlagen gibt. Dort spielt die Fortuna im Paul-Janes-Stadion und betreibt nebenan ein Trainingsgelände. In direkter Nachbarschaft haben weitere Vereine ihren Sitz. Es gibt Rasen-Kunstrasen- und Tennisplätze, das Schwimmbad sowie einen Schießstand. Auf diesem Areal soll die Stadt nach der Vorstellung von Lehmhaus mit den Vereinen den Park entwickeln. Dieser Plan würde vor allem von den Vereinen eine Umdenken erfordern. Die FDP-Politikerin will, daß sie viel stärker als bisher zusammenarbeiten- und sich von alten Gewohnheiten trennen. Sie sollen verstärkt Plätze teilen oder Anlagen für die Öffentlichkeit freigeben. „‚Wir müssen schauen, daß wir Parallelstrukturen vermeiden.

Wenn dadurch mehr Vereine, Schulklassen und Einzelsportler die einzelnen Anlagen nutzen, würde die Stadt im Gegenzug in den Ausbau und die Modernisierung investieren. Lehmhaus will bald das Gespräch suchen. Sie erhofft sich, daß auch die Fortuna ein Interesse am Ausbau ihres Umfelds hat. Die Schwimmvereine, die immer noch enttäuscht über das stillgelegte Dach des Allwetterbads sind, will Lehmhaus mit der Zusage überzeugen, daß das Bad in einem Sportpark zumindest als Freibad weitergeführt würde, selbst wenn in einigen Jahren die Schwimmbecken ausgetauscht werden müssen.

Die FDP-Politikerin geht davon aus, daß die Umsetzung ihrer Idee dauern wird. „Das ist keine Frage von zwei Jahren „, sagt Lehmhaus. Man könne aber zum Beispiel jetzt schon festlegen, daß es auf den Flächen am Flinger Broich, die wegen gestiegener Grundpreise begehrt sind, keine Wohnbebauung gebe. Außerdem könne die Stadt alle Baumaßnahmen in der Gegend auf das Ziel ausrichten. „Wir sollten entscheiden, wo wir hinwollen“, so die Politikerin.

Umsetzen kann Lehmhaus ihre Idee nur mit Unterstützung des großen Koalitionspartners, der CDU. Es ist ungewiss, ob die Christdemokraten von der Idee ähnlich begeistert sind – wegen des Sparkurses sind sie mit großen Vorhaben zurückhaltend. Die SPD verfolgt für das Bad einen ganz anderen Plan- Bürgermeisterin Gudrun Hock hatte vorgeschlagen, eine Traglufthalle über dem Wettkampfbecken zu errichten, damit es weiter auch im Winter von Vereinen und Schulklassen genutzt werden kann.

CDU und FDP halten diese Traglufthalle für unwirtschaftlich und wollen zunächst die Fertigstellung des Anbaus am Rheinbad abwarten. Das marode Zeltdach des Allwetterbads war in den Herbstferien stillgelegt worden.