Aktuell Ausgehen Einkaufen

27. November 2014 um 14:25

In Flingern liegt das Geld auf der Straße…

roterteppichMONEY

Naja, eigentlich liegt es in diesem Fall eher auf dem roten Teppich. Und aus aktuellem Anlass würde ich Euch gerne mal einen Blick hinter die Kulissen einer solchen Veranstaltung geben.

Natürlich wird an einem solchen Abend in den meisten Geschäften viel umgesetzt. Solche Tage und Events sind wichtig für kleine Läden in solchen Randlagen der Stadt. Nicht jeden Tag werden sonst so viele Kunden in ihren Geschäften begrüßt.

Das eigentliche Geld aber macht ein anderer… Und das mit recht wenig Aufwand und noch weniger Verantwortung.

Man sollte meinen das der Veranstalter eines solchen Events Rechte UND Pflichten hat. Eine Pflicht wäre z.B. für entsprechende Genehmigungen zu sorgen und das Event überhaupt erst mal anzumelden. Durch einen Anruf vom Ordnungsamt mussten wir erfahren, das diese verzweifelt auf der Suche sind nach einem verantwortlichen Ansprechpartner.

Verwantwortung allerdings will hier niemand übernehmen. Man ist zu busy damit Teilnehmer zu akquirieren und Geld zu zählen. Wer selber einen Laden in Flingern hat weiß, das »akquirieren« hier nicht ganz der richtige Begriff ist. Mit fast mafiösen Methoden werden viele Läden fast »genötigt« die 80€ zu zahlen damit sie geöffnet haben dürften. Vom Ladenöffnungszeiten Gesetz scheint man hier noch nichts gehört zu haben.

Auf Nachfrage beim Ordnungsamt kam heraus, das die Veranstaltung nicht angemeldet ist. Das beinhaltet auch, das eine Nutzung irgendwelcher Außenbereiche der Läden nicht genehmigt ist. Somit drohen Bußgelder.

Selbst die roten Teppiche (die natürlich nur vom Veranstalter rausgegeben werden und zusätzlich kosten) sind nicht erlaubt und defakto Stolper- und Rutschfallen. Gerade wenn sie nass werden sind diese recht gefährlich. Im Schadensfall hätte auch hier jeder Laden selbst zu haften.

Die Ladenbesitzer werden vom Rechteinhaber der Veranstaltung (dazu später mehr) im Glauben gelassen alles sei organisiert und im zu zahlenden Beitrag beinhaltet. Verantwortlich ist allerdings jeder Laden für sich, seinen roten Teppich und sonstige unangemeldete Verkaufsstände vor seinem Laden.

Da ist doch jemand sehr geschäftstüchtig und nutzt die Beliebtheit des Viertels für sich aus. Eine andere Motivation als das schnellverdiente Geld kann es eigentlich nicht geben, denn der Veranstalter (oder ich sollte sagen: die Veranstalterin) betreibt selber kein Geschäft im Viertel.

Bei ca. 80 teilnehmenden Läden zu jeweils ca 80€ Teilnahmegebühr, das Ganze 2x im Jahr…  Es darf gerechnet werden… Nicht schlecht, oder?

Und falls jetzt der eine oder andere Ladenbesitzer schockiert ist und überlegt beim nächsten mal nicht mehr teilzunehmen ist das nicht so schlimm.

Die Veranstalterin hat eine neue, ja NOCH bessere Einnahmequelle aufgetan. Man verklagt jetzt Läden, die nicht offiziell teilnehmen.

Schließlich habe man mit der eingetragenen Marke (Name der Veranstaltung) einen Namen geschaffen. Wenn man den nutzt und aufmacht ohne zu zahlen (nochmal: es gibt ein Ladenöffnungszeiten Gesetz), liegt der Klagewert schnell weit im 5-stelligen Bereich. So geschehen nach dem Frühlingsevent!

Der Erfolg dieser Veranstaltung kommt durch die Läden und die nette Atmosphäre im Viertel. Nicht durch herzlos zusammengehauene Flyer und Plakate die den kreativen Geist des Viertels eh nicht repräsentieren.

Ich wünsche allen Läden und Gästen des heutigen Abends soviel Erfolg und Spaß wie immer zu diesem Event. Versauen lassen sollte man sich die gute Laune nicht von der Geldgeilheit anderer.

An die teilnehmenden Läden: Passt auf das ihr nichts macht, was nicht angemeldet ist und draußen stattfindet. Alles Indoor ist laut Ordnungsamt erlaubt.

An alle Läden die einfach »nur« aufhaben: passt auf und postet oder werbt nicht im Namen dieser Veranstaltung, sonst bekommt ihr auch vielleicht bald anwaltliche Post. Seid kreativ in Euren Formulierungen.

Und jetzt: Lasst die Spiele beginnen!

1 Kommentar

  1. Ralf Schwiecker sagt:

    Endlich mal einer der schreibt, was alle hier schon lange denken. Warum organisieren sich die Ladenbesitzer nicht einfach und gründen einen Verein. Warum machen alle halbherzig mit und sind unglücklich dabei? Der Zweck des Vereins wäre dann, die Organisation von Veranstaltungen dieser Art in Flingern durchzuführen. Der Verein könnte auch Mitglieder haben, die kein Laden im Viertel haben, aber die Veranstaltung organisieren können und Spaß bei der Sache haben. Bei einem Verein steht die Gemeinnützlichkeit an erster Stelle. Der Vorstand eines Vereines kann auch wieder abgewählt werden. Spendengelder können für einen guten Zweck im Viertel verwendet werden. usw.
    Also lasst Euch nicht die Idee klauen und nutzt die Kraft des Gemeinwohls. Auf nach Notting Hill…

Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Folge uns auf Facebook