Aktuell

18. Februar 2010 um 11:40

Stern-TV über Scientology in Flingern: Missionierungsdruck im Viertel…

Das Gebäude auf der Hermannstraße

Gestern Abend zeigte Stern-TV eine Reportage über Lino Bombonato, einen 23-Jährigen Hamburger, der sieben Jahre lang Mitglied bei Scientology war und sich dann zum Ausstieg entschlossen hatte. Da in dem Film auch immer wieder Düsseldorf und wegen des NRW-Hauptsitzes der Organisation auch Flingern erwähnt wurde, haben wir einige Informationen zusammen gestellt, vielleicht mag der ein oder andere das Thema auch kommentieren.

Tatsächlich ist die Ausstrahlung des Beitrags seitens der Stern-TV-Redaktion bis zu letzt geheim gehalten worden, fürchtete man doch, dass Scientology versuchen würde, mit gerichtlichen Mitteln gegen den Bericht vorzugehen. Die Reporter begleiteten Lino Bombonato in dem Film unter anderem, als er seine Kündigung in der Düsseldorfer Scientology-Zentrale – seit einiger Zeit auf der Hermannstraße hier in Flingern – abgibt und fragte, ob er zumindest seine „Ethik-Akte“ wiederhaben könnte.

Informationen zu dem Bericht auf Stern-TV gibt es hier, die Ergebnisse des Chats stehen hier.

Es ist nicht neu, dass Scientology sich in Flingern angesiedelt hat, mehrere Artikel in der RP berichteten über den Ortswechsel und die verstärkten Aktivitäten der Vereinigung, die sich selbst „Kirche“ nennt, aber seit 1997 durch den Verfassungsschutz beobachtet wird, weil „tatsächliche Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“ bestehen, wie es so schön heißt heißt.

Auch in „Stadt-Gespräch“ auf center.TV diskutierte Sabine Noethen vor rund einem Jahr mit Gästen über das Thema „Scientology“, nachdem die Organisation durch die Errichtung des neuen Zentrums in Flingern in aller Munde war. Geladen waren die damalige Bezirksvorsteherin Gudrun Großer-Göbel (SPD), Andrew Schäfer, evangelischer Landespfarrer für Sektenfragen und Claudia Uhl, Pressesprecherin Scientology Düsseldorf. Schäfer erzählt dabei unter anderem von seiner Einschätzung, des „erhöhten Missionierungsdrucks im Viertel.“

Wäre zu hoffen, dass der Bericht in Stern-TV die Diskussion um Scientology (in Düsseldorf) endlich (wieder) anstößt und sich seitens der Stadtspitze auch einmal ein Vertreter äußert. Tatsache ist: Die Bewohner der Hermannstraße fühlen sich äußerst unwohl, wenn sie an ihre umstrittenen Nachbarn denken, viele haben Angst.

13 Kommentare

  1. Diese Stern TV story enthält tatsächlich zahlreiche Falschinformationen. Es ist ja auch bezeichnend für diesen Fertigmacherjournalismus dass Scientology nicht mal zu einer Stellungnahme angefragt wurde!

  2. Was genau ist denn bitteschön daran ein Fertigmacherjornalismus? Und denkst du ernsthaft, man würde mit Mitgliedern bzw. Pressesprechern ein offenes Wort über die Organisation sprechen können?
    Ich sehe an dieser Vereinigung nichts Gutes, soweit man überhaupt mal etwas von ihr offen mitbekommt.

  3. … und noch ein Nachsatz zum Thema absolutes Wissen:
    ich halte es da mit Heinz von Förster: „Warheit ist die Erfindung eines Lügners.“

  4. Klar, habt ihr noch nie gesehen das Gebäude und auf einmahl
    habt ihr Angst und fühlt euch unwohl.
    Scientology ist überall ihr müsst euch nur umschauen, vielleicht seht ihr dann auch ein paar Taliban !

  5. Sekten sollten generell verboten werden, fand den RTL Beitrag von gestern abend passend zu dem Thema. Man sollte gerade diejenigen, die
    für so was beeinflußbar sind besser aufklären, damit sie erst gar nicht in die Fänge dieser Organisationen geraten. Ohne Nachwuchs kann
    die bste Sekte nicht existieren.

  6. @grisloff
    also die Vorstellung, dass ich noch ein paar Taliban sehe finde ich nicht gerade beruhigend in dieser Angelegenheit 😉
    Und was meinst du zu den Scientologen? Harmlos?

  7. Lino Bombonato war kein Scientologe, der der Hamburger Scientology „Kirche“ angehörte. Er gehörte der Düsseldorfer Kirche an, deswegen auch so schockierend, wie die anderen Düsseldorfer Scientologen auf Ihn reagierten, obwohl sie ihn *sieben* Jahre kannten. Sie taten so als wäre er der eltzte Dreck, beim Stress-Test sogar, taten sie so, als würden sie ihn gar nicht kennen.
    @Moser
    Sie sind ein Scientologe. offensichtlicher geht es kaum. Aber auch Ihnen kann man helfen, es gibt sehr viele Beratungsstellen…

  8. Danke für den Artikel, bewundernswert, wie schnell Scientologen auf der Seite gelandet sind, heute ist doch Statistiktag.Gab wohl nicht so viel zu tun.
    Lino hat sehr viel Mut bewiesen und er wird ihn erstmal weiterhin brauchen, denn Scientology wird ihn nicht einfach so los lassen.
    Wir werden am Samstag wieder vor der Org stehen und gegen Scientology demonstrieren, wie seit 2 Jahren. Denn steter Tropfen hölt den Stein. Und jeder Aussteiger ist ein weiteres Stück auf dem Weg zur Beendigung der Machenschaften. Die meisten Scientologen sind im Glauben, etwas gutes zu unterstüzen. Sie brauchen besonders viel Aufklärung. Wissen ist frei, Scientology nicht.

  9. Man frage sich doch mal wieso Stern TV das ganze Thema von seiner Website entfernt hat.
    Das Ganze ist wohl einer der grössten Medienskandale der letzten Jahre und gerade der Herr Why we protest sollte sich mal hinterfragen wieso er solche erfundenen Stories gut findet!

  10. … der Bericht wurde von RTL aus dem Internet genommen, da er falsch war.

  11. Eure Propaganda möchte hier doch wirklich keiner lesen!
    Und noch einmal zur Erinnerung:
    Auch Ihnen kann man helfen, es gibt sehr viele Beratungsstellen…

  12. Firefighter sagt:

    Offensichtlich soll durch solche Beiträge mal wieder gegen Minderheiten gehetzt werden. Schade, dass IHR, das freiheitsliebende, tolerante und gebildete deutsche Volk es nötig habt auf Hetzkampagnen dieser Art und Weise einzusteigen. Das erinnert mich an das was in diesem Land vor 70 Jahren noch betrieben wurde. Es fehlt nur noch ein ausführendes Organ, welches mit der Ausrottung beginnt. Propaganda ist jedenfalls schon in Ausreichender Form vorhanden. Wenn jemand für sich erkannt hat, dass er mit Scientology seinen Glauben gefunden hat, so ist das seine Sache. Wenn Scientology Mitglieder wirbt, so ist es deren Sache. Niemand soll sich für seine Ansichten und seinen Glauben rechtfertigen müssen. Und man erinnere sich an dieser Stelle daran, dass in diesem Land eine gut funktionierende juristische Gesetzmäßigkeit besteht. Wenn der Verfassungsschutz in all den Jahren ansatzweise kriminelle oder verfassungswidrige Taten dieser Organisation festgestellt hätte, wäre es schon längst zu einem Verbotsverfahren gekommen. Oder wollt ihr nun behaupten, dass der Verfassungsschutz ebenfalls zu Scientology gehört? Mit dem Finger draufzeigen und böse Absichten kann man Jedem unterstellen. Aber den Beleg dafür sollte man dann auch schon bringen. Eine solche journalistische Recherche würde man zum Vergleich in einem Gerichtsprozess als Gegenstandslos bezeichnen. Also bitte ich darum: Bringt uns belegte Tatsachenberichte und keine Hetzpropaganda. Auf sowas steige ICH nicht ein, denn DAS habe ich aus der Geschichte dieses Landes gelernt!

    Mein Schild über mir ist Gott, der die von Herzen Aufrichtigen rettet. Psalm 7,119

  13. @firefighter: Was hat das deutsche Volk damit zu tun, dass über eine religiöse Gemeinschaft kritisch berichtet wird? Diese Diskussion hatten wir vor 75 Jahren nicht. Dass Medien darüber berichten, auch eine Meinung vertreten, wie eine religiöse Gemeinschaft versucht, Menschen zu beeinflussen? Ein Geländer zu bieten, Lösungen (oder „Wege“) aufzuzeigen bzw. zu verkaufen für „Probleme“ oder Misstände, die den Leuten aufgeschwatzt werden?
    Wenn diese Gemeinschaften Gegenargumente haben, können diese auch verbreitet werden.
    Ich glaube prinzipiell eher an die Eigenverantwortung der Menschen, jeder kann frei entscheiden, ob er ein Religionsbedürfnis hat. Dabei spielen aber auch die Medien eine wichtige Rolle, die idealerweise von mehreren Seiten ein Thema beleuchten. (Nur auf den Verfassungsschutz zu vertrauen, zu sagen, ja, wenn der das weiß und nichts dagegen hat, dann ist ja alles gut, reicht nicht aus. Das sieht man ja gerade.)
    Im Gegenteil, auf dem religiösen Auge sind die Medien blind. Die Manipulationen der Glaubensgemeinschaften, die eine Idee verfolgen und Menschen um sich sammeln wollen, werden kaum diskutiert. Wenn, dann werden nur sog. Sekten rausgepickt. Dies gilt für alle religiösen Gemeinschaften, auch für die „guten“ Christen.

    Ich wurde vor 1 Jahr auf den Stufen der Liebfrauenkirche angesprochen, habe eine halbe Stunde über die Funktionsweise des Verstandes diskutiert, bekam ein Buch in die Hand gedrückt und sah, dass Scientology dahinter steckt. „Stört“ mich genauso wie ein Gespräch mit den Zeugen Jehovas. Ist ja auch freiwillig und kann ich jederzeit abbrechen. Das Kirchengeläut – ohrenbetäubend – stört mich viel mehr.

    Ich stimme zu, dass es die Sachen von jedem Einzelnen ist, ob er einer Glaubensgemeinschaft beitritt. Bei dem Thema Missionierung bin ich mir nicht so sicher. Kann man auch Propaganda oder Manipulation nennen. Da gibt es Grenzen für Leute, die nicht in der Lage sind, sich eigenverantwortlich zu entscheiden, z. B. Kinder.

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